Apr 1st, 2008
Aktfotografie
Die Aktfotografie ist eine Form der künstlerischen Fotografie. Als Motiv dient der nackte oder nur teilweise bedeckte menschliche Körper. Dabei geht es dem Künstler darum, die Reize des menschlichen Körpers oder den Körper als Kunstwerk darzustellen. Manchmal geht es auch darum, zu provozieren. Die provokante Darstellung von Körperteilen, die sexualmoralisch als tabu gelten, soll den Betrachter dazu anregen, sich über seine moralische Vorstellung bewusst zu werden und diese gegebenenfalls zu überdenken. Dabei handelt es sich um ein Randgebiet der Aktfotografie, da hier die Grenze zur Pornografie berührt wird.
Die Aktfotografie steht immer zwischen künstlerischer Freiheit und Sexualmoral. Im Grundgesetz ist verankert, dass die Kunst frei sei. Dort ist beschrieben, dass Kunst nicht auf ein bestimmtes Niveau festgelegt ist. Gleichzeitig verbietet das Gesetz aber auch pornografische Werke, die als sozialschädlich eingestuft werden. Hier eine Grenze zum Beispiel zwischen künstlerischer Provokation und schädlicher Pornografie zu ziehen, ist nicht immer leicht. Bei der Aktfotografie steht jedoch der Mensch im Vordergrund, während bei der Pornografie der sexuelle Gedanken im Vordergrund steht und nicht selten der Mensch und seine Bedürfnisse völlig in den Hintergrund gedrängt werden.
Außerdem ist die Aktfotografie besonders anspruchsvoll. Es verlangt dem Fotografen ein hohes Maß an technischem und künstlerischem Verständnis ab. Denn neben der genauen Ausleuchtung des Schauplatzes und der perfekten Positionierung des Models ist das Model selbst und die Situation, in der es sich befindet, etwas ganz besonderes. Der Aktfotograf muss eine gute Kommunikation zwischen sich und dem Model aufbauen, damit eine positive Stimmung in der doch mit Scham behafteten Situation entsteht. Nur so kann ein Kunstwerk entstehen, was den Betrachter verzaubert.